photopasticcio

photopasticcio

01                                                                                           Wer murkst hinter dem Fotoapparat? click here

Backen

 

Es handelt sich um sehr viel mehr als die bloße Herstellung von Süßigkeiten, Torten und Keksen! Hinter jeder Torte steckt eine Geschichte, das Gefühl etwas zu schaffen und damit Freude zu verbreiten. Die Fotokamera dokumentiert das Erlebte, die Erinnerung wird gespeichert und jedesmal wenn wir die Fotos ansehen, wiederbelebt. Dir, der/die mich auf diesem Blog ließt, möchte ich den Geschmack meiner alltäglichen Backanwandlungen auf die Zunge legen. [Mit]Teilen, im Sinne von Gestaltannahme der Emotionen, Überlegungen und Meinungen aus einem ironischen Blickwinkel.

IMG_9147bd1


IMG_1076m1ab

Photopasticcio ist der Inbegriff für fotografieren und murksen, fummeln, beklecksen, beschmieren, pfuschen [pasticciare, ital. ugs.].

qzz

 

Pasticcio [lat. pop. pasticium, der. von pasta (Teig)] steht aber auch für Mischmasch, Potpourri, Herstellung von Süßem unterschiedlicher Zusammensetzung, im Ofen gebackene Speise bestehend meist aus einem mit verschiedenen Zutaten gefüllten Teigmantel, Schlamassel, Auflauf, Pastete und schöne Bescherung, naja, um dann das Ganze mit Bäckerei, Konditorei [pasticceria, ital.] zu beenden.

Man könnte sich hier also in endlose Schleifen der Interpretation verirren und in Teufels Küche geraten bzw. mettersi nei pasticci, wie man in Italien sagt, oder eben in meine kleine Werkstatt!

IMG_0794a

Diese befindet sich in Rom, wo ich nun schon seit rund 15 Jahren lebe. Ich fasse mich kurz: Kunst-studium in Italien und Frankreich. Freischaffende Künstlerin. Fotografie als Medium. Tortenbäckerei aus Leidenschaft. Der erste gelungene Versuch mit 6 Jahren. Als Kleinkind saß ich oft im Backofen, da lagerten Kuchen…

Ich bin mit einem süßen Nachgeschmack im Gaumen aufgewachsen, unvermeidlich, wenn man in Bayern geboren wurde, dort, wo gewisse Süßspeisen eindeutig beachtenswerte Hauptmahlzeiten darbieten.

IMG_8933 copy

In füherster Jugend habe ich oft Nächtelang in der Küche verbracht und mit betonter Experimentier-freude wie besessen bis zum Sonnenaufgang durchgebacken. Allmählich legte ich mich schlafen, während die Ersten von diesem luftdurchströmenden Kuchenaroma geweckt wurden. Oft ist es heute noch so, nur mit dem Ausruhen danach klappt das nicht mehr so wirklich, da hat meine 4-jährige Tochter berechtigterweise etwas dagegen. Tagsüber backt die kleine Bäckerin fleißig mit.

IMG_0915a

So wird fröhlich weiter gebacken zwischen Nürnberg und Rom und überall da wo die Straßen der Zuckerbäckerei sonst noch hintreiben…

Dieser Blog

Backen und fotografieren sind universelle Ausdrucksmöglichkeiten die unsere Ideen sichtbar machen, beide Disziplinen kommunizieren ohne den Gebrauch von Worten, und doch verwandeln sie abstrakte Konzepte direkt in Sinnesempfindungen. Genau die selbe Aufgabe hat die existente Kunst. Ein Lebensgefühl wird vermittelt.

Orangen 002a

Meine Arbeit konzentriert sich auf Territorien mentaler und physischer Art, ›Spielplätze‹, die nach neuen Konzepten der Wahrnehmung streben. Formen der Realität, die nicht parallel zu unserer Ver-trauten laufen, sondern die sich gleichzeitig im Inneren dieser befinden, hier, und dort, wo jeder Spieler mittels realer Gesten teilnimmt.

IMG_9146a

IMG_8565b

Der philanthropische Raum bündelt puren Spielgenuß der seinen Protagonisten zur Verfügung steht. Als Durchgangsort bergt das Spiel ein Verfahren, das in Gestalt einer selektiven Neuerschaffung der Realität auf Grundlage der Werturteile des Spielers agiert. “Spielen” öffnet den Zugang zu unbekannten Welten, neuen Realitäten, deren Substanz dem Zauber des schöpferischen Wandels hörig ist.

Das ludische Umfeld überschreitet logische Strukturen um das Feld der ästhetischen Illusion zu erreichen. Die Ausführung der Vorstellung liegt im gespielten Akt als Herausforderung der Realität. Photopasticcio keimt mitten im vitalen Geschehen des Alltags. Wir sind mitten im Spiel!

IMG_0925kl2 copy


Meine Küche gilt als ludisches Gebiet, das nach kreativen Welten strebt. Das spielerische Umfeld im Inneren der häuslichen Werkstatt, fungiert als fruchtbares Terrain und assistiert bei der Zubereitung von Kreationen die zum Anbeißen bestimmt sind.

IMG_0858a

Die fünf Sinne dienen als psychophysisches Kommunikationsmittel, um die süßen Momente der puren ästhetischen Verführung zu genießen. Was uns bleibt, ist die süße Erinnerung des Erlebten, eine tiefgehende Erfahrung vieler kleiner wichtiger Ereignisse, welche die Geschichte jedes Einzelnen wiederspiegelt.

In verzweigten Gefühlswinkeln, dort, wo uns verschwommene Gedankengänge auf Wege längst vergangener Tage leiten, wenn uns Melodien verborgener Sehnsüchte heimsuchen und sich tief verwurzelte Fragen an die Oberfläche bohren, als ob verlorengegangene Träume warten, solche die einst Wirklichkeit waren und während wir im klaren Bewußtsein der Zukunft entgegensteuern antwortet uns lautlos die Torte als Allegorie der Vergänglichkeit.

IMG_9815b


Manchmal reicht es aus, ein Kind zu beobachten, das gerade die Kerzen seiner Geburtstagstorte ausbläßt, um das zu verstehen, was die Großen längst zu vergessen haben scheinen.

K. B. B.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: