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Zitronentarte | Tarte au Citron

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Wer zielsicheren Eindruck schinden möchte wählt für seine Gäste die Zitronentarte – zeitlose elégance und Synthese für schlichten Protagonismus.

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Hier ist es! Das Rezept, für denjenigen der sie sucht, die echte TARTE AU CITRON. Geschmeidige Creme, krokanter Boden. Mit dem ersten Biß wird alles gut!

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¹Vanillezucker | ²Blindbacken

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Hierzu möchte ich Euch eine Geschichte erzählen: 

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Die Zitrone und der Teufel | nach Claus Claussen

 

Es war einmal ein alter Geschichtenerzähler, der reiste von Ort zu Ort um überall seine Geschichten zu verbreiten. Eines Tages kam er in die große Stadt, wo alle Leute gespannt seinen Geschichten lauschten. Sie konnten nicht genug bekommen, so begann er, daß Märchen mit der gelben Zitrone zu erzählen.

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Die gelbe Zitrone hing nicht mit den anderen Zitronen am Zitronenbaum. Sie lag auch nicht mit den anderen Zitronen auf dem Markttisch. Nein, sie lag ganz allein auf einer schönen grünen Wiese, genau unter dem blauen Himmel und war sauer. Ganz fürchterlich sauer war sie, weil sie keine Freunde hatte. Niemand wollte mit ihr zusammen sein und niemand wollte mit ihr spielen. „Ist das langweilig!“, stammelte sie vor sich hin und wurde immer saurer und saurer.

Eines Tages kam ein kleines rotes Teufelchen aus dem Erdboden auf die Wiese ge- sprungen, sah die einsame Zitrone und ging zu ihr hin. Hallo, du da!“, sagte es, „Was machst du?“
Hallo! Wer bist denn du?“, fragte die Zitrone, denn sie kannte keine kleinen roten Teufelchen die aus dem Erdboden kommen.

IMG_1850_2eIch bin das kleine rote Teufelchen!“, sagte das rote Teufelchen, „Und wer bist du?“ Es kannte nämlich keine gelben Zitronen die auf einer grünen Wiese liegen.
Ich bin eine gelbe Zitrone“, sagte die gelbe Zitrone,„Ich bin vielleicht sauer“, schluchzte sie ganz traurig, „weil ich keine Freunde habe, mit denen ich spielen kann!“
Was ist sauer?“ fragte das kleine rote Teufelchen, denn es kannte sich mit Zitronen gar nicht aus.
Leck mal!“ schluchzte die gelbe Zitrone, während ihr eine dicke Zitronensaftträne herunterkullerte, „dann weißt du, was sauer ist.“
Das kleine rote Teufelchen leckte die Träne mit der Zungenspitze ab. Sogleich verzog es das Gesicht und schrie wie wild: „Igitt! Igitt! Pfui Teufel!“
Und während es sich schüttelte, sagte die Zitrone traurig: „Siehst du, so sauer bin ich!“.
Arme gelbe Zitrone!“, dachte das kleine rote Teufelchen, aber sie gefiel ihm sehr, weil sie so schön gelb war. Sie passten gut zusammen, einer rot, der andere gelb. Sie spielten den ganzen Tag zusammen.

Meistens spielten sie Verstecken. Zuerst versteckte sich die gelbe Zitrone, aber das kleine rote Teufelchen entdeckte sofort den gelben Punkt im Gras. Dann versteckte sich das kleine rote Teufelchen, aber die gelbe Zitrone sah sofort seine roten Füße auf der grünen Wiese.  Gerne spielten sie Blindekuh. Dem Teufelchen wurden die Augen mit einem Grashalm zugebunden und es musste die Zitrone suchen. Aber wegen des guten Geruchs, fand es sie schnell. Danach wurden der Zitrone die Augen mit einem Grashalm zugebunden und es musste das Teufelchen suchen. Aber wegen des schlechten Geruchs, fand sie es schnell. Schließlich spielten sie Fangen und vieles mehr. Wie war es doch schön auf der grünen Wiese! Sie spielten solange bis der Abend anbrach.

Nun sagte das kleine rote Teufelchen zur gelben Zitrone: „Tschüs, jetzt muss ich wieder in mein Erdloch zurück zu den anderen kleinen Teufelchen. Tut mir leid!“ Ach wie schade“, seufzte die gelbe Zitrone, „kannst du nicht bei mir bleiben?“ Nein, leider nicht, aber ich kann morgen wieder kommen“, meinte das kleine rote Teufelchen.
Au ja“, rief die gelbe Zitrone, „das ist schön, ich warte auch auf dich!“

Die ganze Nacht lang musste die gelbe Zitrone an das kleine rote Teufelchen denken. Kaum war die Sonne aufgegangen, kam das kleine rote Teufelchen aus seinem Erdloch heraus und sprang auf die Wiese. Die gelbe Zitrone freute sich sehr als sie es sah. Sie spielten den ganzen Tag miteinander. Und es war schön.

Am Abend meinte das kleine rote Teufelchen: „Du, gelbe Zitrone, ich muss dir was sagen. Das Erdloch gefällt mir nicht mehr, ich bleibe bei dir auf der schönen grünen Wiese. Was sagst du dazu?“
Da weinte die Zitrone vor lauter Glück eine Zitronensaftfreudenträne und sagte zum Teufelchen: „Leck mal!“
Als das kleine rote Teufelchen sie ganz vorsichtig ableckte, rief es auf einmal: „Deine Träne schmeckt ja ganz süß, hmmmm, ganz süß!“
Da lachte die gelbe Zitrone und sagte: „Das kommt davon, dass wir jetzt Freunde sind. Wenn ich einen Freund gefunden habe, dann wird es mir ganz süß ums Herz.“

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Das kleine rote Teufelchen und die gelbe Zitrone blieben die besten Freunde. Sie bauten sich mitten auf der Wiese ein schönes weiches Nest. Auf ein Stück Pappdeckel schrieben sie: „Hier wohnen die Zitrone und der Teufel!“
Sein Rot und ihr Gelb passen gut zusammen. Das kleine Teufelchen backt den Mürbeteigboden, die Zitrone kümmert sich um die Creme.

Und wenn ihr mal an der grünen Wiese vorbei kommen solltet und den Pappdeckel seht, dann klopft an und bestellt einen schönen Gruß von mir. Sicherlich bieten sie euch ein Stück Tarte au Citron an.

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Ganz herzlich möchte ich mich beim Buchautor Claus Claussen bedanken, der mir seine Geschichte ohne Erschwernisse zum “Weiterverarbeiten” zur Verfügung gestellt hat. Eine rare Form der Liebenswürdigkeit, deren Inhalt zwischen den Zeilen Gestalt annimmt. Danke!

Wer näheres über den Autor erfahren möchte, die Orinalversion oder weitere seiner Geschichten [vor]lesen möchte, der kann direkt auf seiner Seite stöbern: www.hofheimer-erzaehlwerkstatt.de | www.noch-eine-geschichte.de

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This entry was published on 2015-07-25 at 05:21. It’s filed under recipes. and tagged , , . Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

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